Wer oder was waren und sind die Druiden?

Als ich vor circa zehn Jahren angefangen habe mich für Heidentum zu interessieren, bekam ich nur langsam einen Einblick in die verschiedenen Richtungen dieser spirituellen Welt. Die Auswahl an Pfade der alten Religion ist groß und manchmal auch verwirrend. Obwohl ich die Fachliteratur zu diesem Thema durchgelesen und zum Teil, für die Ausbildung zu meinen zweiten druidischen Grad auch zum Lernen  verwenden musste (circa 200 Bücher… ), wünsche ich mir, ich könnte behaupten, dass Druidentum eine antike Lehre  ist, die von Generation zu Generation weiter gegeben wurde, oder aus uralten Traditionen besteht, die bereits von den Druiden in Gallien praktiziert wurden. Das wäre schön, wenn ich das sagen könnte, aber es würde nicht den Fakten entsprechen. Diese Fakten über die Druiden, die in vielen Büchern propagiert werden, die gibt es ganz einfach nicht. Sehr oft habe ich solche „Fachliteratur“ über die Druiden gelesen aber, wenn man sich schon ein Wenig mit Druidentum auskennt, es hapert immer mit den Nachweisen. Mit Nachweisen meine ich Fakten und nicht Wissenswertes aus „Die Nebel von Avalon“ oder „Herr der Ringe“.  Damit werden zwar diese Bücher interessant gamacht und lassen sich dadurch gut verkaufen aber, im Ahnang dieser Bücher findet man nur eine lange Liste von Literatur aus dem Mittelalter. Glauben Sie mir, ich spreche hier aus eigener Erfahrung: ich habe etliche „Druiden“ kennengelernt die in ihren Seminaren oder Internetseiten mit Überzeugung erklären, dass Druiden Brahmanen aus Indien waren oder keltische Priester die Jesus kannten und seine Lehren nach Nordeuropa brachten. Das ist nicht nur unwahr, das ist schlichtweg an den Haaren herbei gezogen. Es ist wohl wahr, dass unsere Sprache und zum Teil unsere Kultur indoeuropäisch ist, dennoch ist die keltische Kultur nicht indisch und Druiden waren keine Brahmanen oder Jesusanhänger. Das Warum erkläre ich Ihnen später…

 

Druiden wurden immer nur im Bezug auf die Kelten erwähnt; der Ursprung der Kelten ist ungewiss, vermutlich aber aus Osteuropa. Sie siedelten in Hallstatt (Österreich) an und wurden vorerst sesshaft. Sie wanderten dann weiter in die Schweiz und gründeten die LaTène Kultur, die sich von dort aus fast überall in Europa ausbreitete. In Galatien, die heutige Türkei, lebten vermutlich auch Druiden und es ist auch denkbar (aber bis heute nicht eindeutig bewiesen) dass sie von der hiesigen Kultur, Bräuche übernahmen, aber es könnte durchaus sein, dass es andersherum gewesen   ist. Wie dem auch sei, Bücher gibt es in Unmengen über das Thema aber nur wenige davon halten sich an Fakten.  Fakt ist zum Beispiel, dass Druiden keine  „satanische Opferrituale“ praktizierten, doch gibt es Buchautoren die das behaupten.  Opfergaben, auch menschlicher Natur, waren zwischen den alten Völkern weit verbreitet und waren deshalb keine Ausnahme. Aber wie fing alles an? Bevor ich damit loslege, möchte ich, da ich es gerade erwähnt habe, mit einem Irrglauben aufräumen:

 

Im Heidentum gibt es keinen Satanskult. Druiden glauben nicht an einem Satan oder Teufel, sie verehren ihn deshalb auch nicht. Es gab keinen Satan in ganzen keltischen Kultur- und Gedankengut.  Satan tauchte erst in der Torah als Shaitan auf (Shaitan bedeutet „Gegner“) und wurde dort auch nur drei mal insgesamt erwähnt. Die Bücher der Torah wurden zu Anfang mündlich überliefert aus vielen verschiedenen jüdischen Traditionen; man kann also nicht genau sagen, wann Satan als Widersacher vor der Niederschrift auftauchte, aber wir wissen, dass die mündliche Überlieferung der Torah circa 1000 bis 600 Jahre vor Christus anfing;  Moses als erster soll eine Niederschrift anfertigt haben,  zur Herrschaftszeit der 18. oder 19 Dynastie, also unter Ahmose I oder  Ramses II. Hier muss Satan irgendwann namentlich genannt worden sein. Wie dem auch sei, Shaitan ist kein Dämon oder Teufel, sondern nur der „Widersacher“. Die Figur des Teufels ist jüngeren Ursprungs (Mittelalter) und hat ausschließlich mit dem Christentum zu tun; Christen gab es noch nicht in der Bronze oder Eisenzeit; wir reden hier über eine Zeit circa 2000 bis 1000 Jahre vor Christus, als die erste Kelten anfingen Götter zu zeichnen  oder namentlich zu nennen und zu verehren. Man kann also mit Sicherheit sagen, dass Abbildungen und Felsgravuren die einen Gott mit Hörnern darstellen, mit Sicherheit nichts mit dem Teufel zu tun haben, da die ersten Kelten nie mit dem Christentum in Berührung kamen, darüber hinaus ist die Figur des Teufels erst in frühen Mittelalter von der Kirche erfunden worden, wie bereits oben erwähnt….

 

Zurück zu den Felszeichungen: die Götter der Kelten wurden sehr plastisch auf Monolithen eingemeißelt. Wichtige Funde befinden sich in Norditalien (Piemont, Lombardei, Ligurien), aber auch Irland, Britannien und Schottland. Einer der frühsten Aufzeichnungen eines keltischen Gottes handelt von  Cernunnos, der Gott der Tiere und des Waldes (also, wirklich kein Teufel), trägt symbolisch ein Hirschgeweih, und wurde in Val Camonica, Lombardei, in einer Höhle mehrmals eingraviert, in einer Zeit zwischen 8000 und 1000 Jahre vor Christus. Cernunnos ist der heidnische Gott der Kelten, der später von den Christen verteufelt wurde, zusammen mit vielen anderen heidnischen Göttern auch. Es gibt keine archäologischen Aufzeichnungen eines Satans- oder Teufelskultes bei den Kelten.  Über eine Existenz von Satan möchte ich mich hier nicht weiter beschäftigen, da ich sonst über das Unbewusste ebenfalls referieren, und über die Bedeutung des Teufels als Archetyp im kollektiven Unbewussten reden müsste, und ein Buch darüber wollte ich an dieser Stelle nicht schreiben.

 

Es gibt letztendlich Energien die von uns Menschen, Tieren und Orte ausgehen, einschließlich Energien die aus Ereignissen ausgehen, die sich im morphogenetischen Feld verankern; diese werden mehr oder weniger von unseren Ängsten, Phobien, Traumatas zusätzlich genährt und erzeugen geballte, zähe, zerstörerische Kraftfelder die von Mensch zu Mensch (oder Tier…) unterschiedlich, bewusst oder unbewusst, wahrgenommen werden und von der Psyche in Bilder, Träume oder Gefühle wiedergegeben werden. Wenn man in einem harmlosen, eigentlich recht wohlwollenden Gott einen Teufel sehen will, wäre interessant zu erfahren, welche inneren Dämonen man zu einer solchen Schlussfolgerung inspirieren… meiner bescheidenen Meinung nach…  Das Thema geht aber sehr in die Tiefe und um ihm gerecht zu werden, müsste ich viel, viel mehr dazu sagen. Das werde ich, wie schon erwähnt, hier nicht tun. Ich wollte lediglich kurz klarstellen, dass Druiden, bzw. Heiden keinen Satanskult betreiben und warum sie das nicht tun. Sie möchten schließlich etwas über Druiden erfahren, und ich möchte dafür sorgen, dass Sie wenigstens hier korrekt informiert werden.   

 

Über die Druiden, schrieben vor allem: Julius Caesar in seinem „Commentarii de bello gallico“, Tacitus in seinen "Annalen", Plutarch und Pomponius Mela. Tacitus vermerkte, dass auf Ynis Môn (Insel Mona, die heutige Insel Anglesey), die Römer alle dort lebenden Druiden umbrachten, weil Mona ein wichtiges Bildungszentrum der damaligen Druiden war.  Somit wollten die Römer ein Zeichen ihrer Macht setzen und die Kelten einschüchtern. Wenn man diesen Schriften Glauben schenkt, gehörten die Druiden einer sehr hoch angesehenen, oft adlige und höchstrespektierten Priesterklasse, die innerhalb eines Volkstammes oder Sippe mehrere Funktionen ausübten, denen sogar Anführer oder Könige unterstanden. Über die Invasion der Römer auf keltischen Boden gibt es aber, aus der Sicht der Kelten, keine Aufzeichnungen. Es gibt auch keine Aufzeichnungen der Kelten über ihre eigenen Eroberungszüge in Europa. Alles was wir über sie wissen, ist sehr einseitig römischer oder griechischer Herkunft.  Was wissen wir also wirklich über die Kelten oder die Druiden, wenn alles was uns darüber berichtet, nur die antike Schriften von teilweise verfeindeten Völkern, wie die Römer zum Beispiel? Das ist eben die Frage der Fragen. Archäologisch lässt sich wenig rekonstruieren; historisch gibt es viele Hinweise und Andeutungen, die aber teilweise nicht archäologisch bestätigt werden konnten.  

 

Überliefert ist auch, von den antiken Autoren, dass die Kelten Torques trugen; diese gab es in einfachster Form aus Kupfer oder Bronze, aber in den Gräber adliger Kelten wurden Torques aus Gold gefunden, die mit wundervollen Spiralen, Kreisen, Triskelen und Tieren verziert waren. Da diese Spiralen, Triskelen und Tiere auch auf Felszeichnungen (z.B. in Norditalien oder in Newgrange-Irland) in der keltischen Kunst immer wieder auftauchten, geht man davon aus, dass sie von großer Wichtigkeit für ihr Verständnis von  Natur und Leben waren. Die besterhaltene und bedeutendsten Artefakte sind aber der Gundestrup Kessel aus der LaTène Zeit (vorrömischer Eisenzeit, Schweiz) und der Coligny Kalender aus der Gallo-Römischen Zeit. Der Kessel diente vermutlich als Vorbild für all die Geschichten aus dem Mittelalter über die Transformation (der Kessel der Ceridwen, Mabinogion etc.. und das Haupttema in Druidentum) und der Kalender diente später als Vorbild für die Jahreskreisfeste, die die Druiden heute noch feiern. Das ist das, was über die Druiden gesagt werden kann, ohne Spekulationen, Vermutungen und Annahmen Raum zu geben.

 

Um es auf dem Punkt zu bringen, zwischen damals (die Antike) und dem frühen Mittelalter (die Zeit in der Druiden erstmal wieder erwähnt wurden) gibt es keine weiteren Aufzeichnungen; das ist eine sehr lange Zeit.  

Als die mittelalterliche Autoren über die Invasionen und den Kelten in Irlands oder Britannien anfingen  zu schreiben, also im Mittelalter, verfassten und erschafften sie, mit bester Dichtkunst, viele Poemen, Mythen, Legenden und Lieder; diese besangen die Taten der Helden die gegen den Fomoren, den Fir Bólg oder den Milesiern kämpften. Sie erschufen Götter und Sagen die, zum Teil, sogar von wirklich existierten Königen erzählten. Die Bücher über die Invasionen, oder das Buch von Taliesin, oder das Poem „Die Schlacht der Bäume“ oder das "Lied von Aneurin" und viele, viele andere Schriften noch, entstanden also später, so kann man behaupten, dass Druidentum keine ununterbrochene überlieferte Spiritualität, Religion, Tradition hat; das, was die heutigen Druiden praktizieren, entstammt entweder dem Geist und der Schreibfeder der Antike, oder dem Geist und der Schreibfeder der frühmittelalterlichen Dichter wie Taliesin (von dem zwar Poemen existieren, aber über dessen tatsächlichen Existenz keine Spur gibt) oder Geoffrey of Monmouth (es gibt viele andere aber diese sind die wichtigsten). Monmouth, zum Beispiel, verfasste die Bücher, die als Vorlage für die Geschichten von Merlin und Arthus dienten.

 

Merlin der Druide… wer kennt ihn nicht? Wenn man an einem Druiden denkt, denkt man nicht an einer Boudicca (die keltische Königin der Icener) oder Fedelma (eine Druidin aus dem Buch „Táin Bò Cuailgne-The cattle raid of Cooley, 7. Jahrhundert, Irland), oder an Mogh Ruith. Nein, man denkt an Merlin. Aber wer war dieser Merlin? Hat er wirklich gelebt? Bitte, folgen Sie mir, ich mache eine kurze Ausschweifung bevor ich über die moderne Druiden erzähle:

 

Nikolai Tolstoy, ein entfernter Verwandter von Leo Tolstoy, hat ein interessantes Buch herausgebracht: „Auf der Suche nach Merlin“, meiner bescheidenen Meinung nach, einer der am besten recherchierten Bücher über Merlin. Es gibt nur ein paar andere Bücher die über Merlin fachlich berichten und zwar „Merlin priest of nature“ von Jean Markale und „The legend of Merlin“ von A.O.H. Jarman. Ich möchte kurz zusammenfassen: es gibt ein Buch (* wird unten im Text genannt), das besagt, dass es ein Myrddin (Merlin) tatsächlich gegeben hat (Myrddin wurde von Monmouth in Merlin geändert, da Myrddin große Ähnlichkeit mit dem Wort „merde“, franz. für Exkrement, hatte). Seine Figur bzw. Person, taucht immer wieder in verschiedene Mythen und Legenden auf, mal als Myrddin, mal als Merlin aber auch als Lailoken auf, so wie Jean Merkale berichtet. Aber über ein Myrddin aus Caerfyrddyn (bedeutet übersetzt aus dem Walisischen „Merlin’s Festung“, welche die heutige Stadt Carmarthen ist, Quelle: „Black Book of Carmarthen“) wird im *„Annales Cambriae“ (ca. 445 bis 977 n.C.) überliefert, dass der christliche König Rydderch Hael of Strathclyde in der Schlacht bei Arfderydd (heute Arthuret), den heidnischen König Gwenddoleu besiegte. König Rydderch und die Schlacht bei Arthuret, hat es historisch gegeben. König Rydderch war mit einer Gwendydd (Ganieda) verheiratet, Myrddin Schwester. Myrddin sollte in der Schlacht bei Arfderydd (573 n.C.) auf Gwendydds Sohn aufpassen, aber der Neffe starb bei dieser Schlacht. Myrddin wurde über den Tod seines Neffens wahnsinnig und zog nach Caledonien in die Wälder, wo er lange alleine lebte, bis seine Schwester Gwendydd ihn fand und für ihn ein Schloss mit vielen Fenstern bauen ließ (vermutlich eine Sternwarte).  Das ist das einzige, was wir über ein „Merlin“ wissen, das sich einigermaßen historisch überprüfen lässt. Tolstoy und Merkale sind, meiner Meinung nach, mit allen Quellen gewissenhaft umgegangen und haben nicht nur die Angaben überprüft, sondern auch historisch recherchiert. Es gibt weitere Theorien über andere „Merlin“, aber diese lassen sich historisch sehr schlecht nachprüfen. Die meisten Geschichten über Merlin als Druide wurden aber von Geoffrey of Monmouth geschrieben, um das Jahr 1100. Geoffrey of Monmouth brachte so zu sagen, den Stein über die Artus Saga ins Rollen. Und hier endet der Exkurs über Kelten, antike Druiden und Merlin, zumindest historisch….

 

Was sind die Druiden heute? 

Was sind die Druiden also und was tun sie heute? Wenn die antike Druiden auf Ynis Môn von den Römern ausgerottet wurden, wie kann man sich heute Druide nennen, zumal keine zuverlässige Informationen über sie existieren, oder keine historisch ununterbrochene Traditionen gibt, was tut man als Druide heute? Wie echt kann ein Druide sein, wenn die echten alle tot sind, nichts überliefert haben und erst im Mittelalter durch die Fantasie der damaligen Poeten wieder auftauchten? Diese Fragen werden mir immer wieder gestellt… Meine Antwort dazu ist kurz und bündig:

 

Ich finde, man sollte aus dieser Art der Fragestellung ganz raus. Wenn wir über die Druiden so gut wie gar nichts wissen, wer sagt, dass wir, die heutigen Druiden, nicht die richtigen Druiden sind? Die Kelten haben uns Artefakte überlassen die Gottheiten darstellen, auf die wir, moderne Druiden, unser Spiritualität aufbauen. Die antiken Autoren beschrieben so in etwa, welche Rolle die Druiden in der Gesellschaft spielten; das inspiriert uns dazu Druidentum zu leben. Wir können schlussfolgern, dass Druiden auf jeden Fall Kelten waren und talentierte Alleskönner, so wie ihre Götter auch; sie wurden als Philosophen, Heiler, Seher, Magier, Berater und Anführer beschrieben. Wir sind heute keine Berater für Politiker oder Monarchen mehr, dennoch Lebensberater und Geistheiler und kämpfen tun wir heute, wenn überhaupt, nur noch verbal für mehr Gerechtigkeit, und Humanität, für die Rechte der Tiere und für den Naturschutz. Für uns sind die Bäume von zentraler Wichtigkeit, so wie Haine und die Natur in allen ihren Facetten, genauso wie es über die antiken Druiden berichtet wurde. Moderne Druiden sind in gewisser Weise eine Priesterschaft die Rituale und Jahreskreisfeste privat wie auch öffentlich abhalten, genauso wie die antike Druiden es auch taten, oder zumindest, so wie wir meinen, dass sie es taten. Es ist Haarspalterei, meisten nur von Missgunst und Unwissen getrieben, damit zu argumentieren, dass weil die alten Druiden alle tot sind, heute keine "echten" Druiden geben kann. Da das „echte“ Druidentum“ in der Antike sich per se nicht definieren lässt, anhand der wenigen und teilweise widersprüchliche Informationen die uns zur Verfügung stehen, möchte ich meinen, dass moderne Druiden nicht weniger echt sind, als die aus der Antike.

 

Alle Religionen sind irgendwann mal entstanden, meistens aus einem Bedürfnis, einer Offenbarung oder Ideologie heraus. Die Argumentation über die Echtheit des modernen Druidentum ist für mich, so wie für viele andere Druiden auch, außer den Rekonstruktionisten vielleicht, deshalb irrelevant. Die antiken Schriften und die keltische Kunst auf Schmuck und Stein dienen uns heute zur Inspiration und daraus, machen wir heute das Beste was wir können.

 

Die Definition für modernes Druidentm würde ich so kurzfassen wollen: Naturverbundene Querdenker, denen Bäume (Haine), die Natur und der Jahreskreis heilig sind. Sie glauben an das „AWEN“, der Klang der Schöpfung,  ähnlich wie das OM in den fernöstlichen Traditionen; Awen, in Walisisch, bedeutet so etwas wie Inspiration, Muse, Schöpferkraft, Lebensenergie. Das Awen ist aber auch mit der Geschichte der Göttin Cerridwen und ihr Kessel der Transformation, somit auch mit dem Kessel von Gundestrup, eng verbunden. Diese Transformation wird in dem Kessel von Gundestrup sehr plastisch dargestellt. Darauf befinden sich keltische Göttinnen und Götter, Tiere und Menschen. Die Transformation muss bei den Kelten sehr wichtig gewesen sein, weil sie sie bildlich immer wieder darstellten, u.a. mit spiralen und Triskelen. Geburt, Leben und Tod spielten eine zentrale Rolle in ihrer Kultur, so sind die Transformation, und die Themen rund um die Lebenszyklen, für den heutigen Druiden sehr wichtig. Dieses Thema wurde von den mittelalterlichen Autoren immer wieder aufgegriffen und niedergeschrieben. Wir, moderne Druiden, suchen die Transformation, die Ganzheit und das Eins sein mit der Schöpfung und mit der Natur.  Wir treffen uns nach Möglichkeit in Hainen oder in Wäldern und sind sowieso immer gerne in der Natur. Bäume sind ein zentrales Thema für uns Druiden aber dazu müsste ich wieder ein extra Kapitel schreiben.

 

Druidentum ist also eine ganzheitliche, spirituelle Weltanschauung, ein Weg ins Innere der Seele, ein Weg zur Selbsterkenntnis, der tief ins Unbewusste geht. Es geht um das Gleichgewicht der Elementen, des ganzen Seins: Erde (Körper, Natur), Luft (Atem/Geist), Feuer (Stoffwechsel/Transformation/Energie) und Wasser (Körperflüssigkeiten/Gefühle/Psyche). Die Natur, speziell Bäume, Wälder und Haine sind für die Druiden so heilig  wie für Christen  eine Kirche. Steinkreise dienen als Symbol für die Ganzheit; die Triskele, die sie oft als Schmuck tragen, steht für Transformation und für die Zyklen des Lebens und des Universums, der Natur und des Menschen. Die Jahreskreisfeste sind die Etappen durch das Jahr, die genutzt werden um Rituale zu feiern. Diese Rituale dienen nicht nur der Introspektion, sondern auch als Symbol der Schöpfung, als Mikrokosmos in Makrokosmos. Symbolisch sterben wir und begrüßen die Dunkelheit (das Unbewusste) und erwachen wir aus dann der Dunkelheit, aus der Gebärmutter der Erde um das neugeborene Licht in uns zu feiern, beim  Jahreskreisfest am 21. Dezember;  wir setzen die Saat für unsere Vorhaben auf fruchtbaren Boden bei den Frühlingsfesten, wir ernten was wir gesät haben bei den Erntedankfesten. Der Kreislauf des Lebens schließt sich wieder  am 31. Oktober, die Natur stirbt, so stirbt symbolisch auch das, was uns belastet, schmerzt, oder Kummer macht und wir gehen nach innen, wir schauen in uns, räumen in unsere Seele/in unserem Keller auf. Wir gedenken die Toten, die Ahnen und bereiten uns auf die dunkle Jahreszeit vor. Dann beginnt das ganze wieder von vorne.. Das Licht wird wieder geboren…

Im Druidentum werden Zyklen deutlich, wir machen so zu sagen eine Reise in der Aussenwelt durch die Jahreskreisritualen, und, symbolisch, in unserer eigenen inneren Welt, unser Seelenleben. Diese sind die Jahreskreisfeste:

 

Yule/Alban Arthan am 21. Dezember, Wintersonnenwende, das Licht stirbt und erwacht zugleich

Imbolc/Gwyl Mair am 02. Februar, erstes Frühlingsfest, die erstgeborene Lämmer

Ostara/Alban Eilir 21. März Tag-und-Nachtgleiche, zweites Frühlingsfest, Fruchtbarkeit

Beltane/Calan Mai 01. Mai, die heilige Hochzeit, das Leben wird gefeiert

Litha/Alban Heruin 21. Juni Sommersonnenwende, Erfüllung

Lughnasad/Calan Awst 02. August, erstes Erntedankfest, Weizenbrote warden gebacken

Mabon/Alban Elfed 21. September Tag-und-Nachtgleiche, zweites Dankfest

Samhain/Calan Gaeaf 31. Oktober, letztes Dankfest, das Leben stirbt, Gedenken der Ahnen

 

Das ist, sehr kurz gefasst (glauben Sie mir, es ist wirklich sehr kurz gefasst und sehr einfach erklärt. Eigentlich gibt es Unmengen von wichtige Informationen die ich hier ausgelassen habe…), der Ursprung des Druidentums und die moderne Abwandlung davon.

 

Das Thema modernes Druidentum ist eigentlich abgehandelt. Es gibt nur noch ein paar Sachen die ich loswerden möchte:

 

Ich stelle immer wieder fest, dass man heute eine große Vorliebe für zwei Worte hat: Karma und Ego. Es ist egal in welchem Internetforum man sich herumtreibt, es ist egal worum es dort geht, in allen Diskussionen tauchen diese zwei Worte auf. Ehrlich gesagt, ich kann sie nicht mehr hören, sie hängen mir aus dem Hals raus. Geht es Ihnen auch so wie mir? Schlimmer  noch, wenn man auch nur ansatzweise über esoterischen Themen liest, stößt man früh oder spät an diesen zwei Wörter. Auch viele Heiden und Druiden reden sehr, sehr gerne darüber, weswegen ich hier etwas darüber schreiben möchte.  

 

Die Esoterik Branche behauptet, kurz gesagt: 1) Karma ist das, was wir zurückbekommen wenn wir etwas getan haben, ein unumstößliches Gesetzt, so zu sagen, von Ursache und Wirkung. Viele Heiden und Druiden gehen noch weiter: alles was du tust, kommt dreifach zu dir zurück. 2) Das Ego ist böse und muss sofort vernichtet werden, am besten noch gestern. Und für alles was in der bösen Welt passiert, hilft nur Liebe, Friede, Freude und Eierkuchen. Gerade Druiden lullen sich gerne in rosarote Worte und reden über Frieden und Liebe. Ich meine, es ist völlig richtig eine grundsätzliche wohlwollende und friedfertige Lebenseinstellung zu beschreiten, aber das was ich meine, das ist etwas, das weit darüber hinaus geht. Ich rede über diese überhebliche Art und Weise, sich für etwas Besseres zu halten, wenn man von jemand hört, dass man „noch voll im Ego“ ist. Warum rede ich jetzt auch noch selbst darüber? Ganz einfach: falls Sie in Erwägung ziehen, meine Praxis zu besuchen, möchte ich Ihnen versprechen, dass ich Ihnen die Ohren nicht damit voll sülzen werde, wie sehr Sie in Ihrem Ego stehen und warum sie besser in der Liebe sein sollten, sonst verursachen Sie schlechten Karma. Und das Warum, erkläre ich ihnen gleich:

 

Als Druidin hänge ich sehr an der keltischen Kultur. Ich mag auch das Indische Pantheon und ich liebe auch die Kultur der Native Americans, aber die Keltische Kultur mag ich am liebsten. Sie gehört zu den gallischen Wurzeln meiner Ahnen (wie ich das weiß? Das ist auch eine sehr lange Geschichte, und passt hier nicht zum Text). Was andere Druiden tun oder woran sie glauben, ist ihre Sache; wie ich schon mal erklärte, Heidentum erfasst unendlich viele Pfade und Traditionen und jeder kocht sich auch noch sein eigenes Süppchen, völlig  legitim möchte ich dazu sagen. Ich stelle nur fest, dass viele dieser Menschen ein ganz anderes Verständnis vom Leben haben und erkennen nicht gänzlich alle Zusammenhänge, die das Leben eben manchmal so machen wie es ist. Wir leben in einer Welt die von Menschen, die ganz oben an der Spitze der Gesellschaft sitzen und über das Schicksal von all den anderen, die unter ihnen leben, bestimmen. Sie bestimmen über Vorlieben und Meinung, sie steuern durch die Wirtschaft, durch die Medien, durch die Ölindustrie, durch Banken und Großkonzernen. Unsere Welt ist rau, fördernd, hässlich, gierig, machthungrig und total abgefahren. Wir leben in einer Zeit der Zerstörung, des Hasses, der Intoleranz, der Ellenbogentaktik. Menschen werden immer Narzisstischer und erschaffen daher eine schizoide Gesellschaft, die Menschen nach Einkommen, Hautfarbe und Bildung trennt, und will partout sich mit nichts wirklich verbinden.

Wir sind immer „alleiner“, immer einsamer, immer mehr am Ende unserer Kraft; wir haben uns von der Natur entfremdet und regen uns über dem Laub der im Garten fällt oder über den Unkraut der zwischen den Beeten wächst, weil es sich nicht „schiert“ es liegen zu lassen (dabei geht Lebensraum für viele Insekten und Würmer verloren, die sich davon ernähren und die wiederum als Nahrung für Vögel und kleine Säugetiere dienen. Also, mein Reden.. die Menschen haben sich von der Natur abgewendet). Kinder wissen oft nicht woher die Milch kommt, sie kennen weder Nutztiere noch Nahrungsmittelproduktion. Der moderne Treibstoff ist nicht das Öl, sondern der Mensch. Der Mensch wird verbraucht und ausgenutzt in allen Bereichen. Wir leben in einer Welt in der wir immer mehr, quasi umsonst arbeiten müssen…. für was?

Es ist völlig klar, dass die Menschen das Leben und sein Sinn bald neu erfinden und definieren müssen. Wir leben in einer Welt voll von Egoismus. Egoismus und Ego sind aber zwei verschiedene paar Schuhe. Wenn ich im Ego bin, dann bin ich froh darüber, denn weiß ich, wer ich bin und leide nicht an einer Identitätsstörung oder ich bin nicht schizophren. Ich entscheide ob ich egoistisch oder altruistisch sein will. Jemand der im Ego ist, kann durchaus ein großzügiger Mensch sein, der erst an die anderen und dann an sich selbst denkt. Das Ego ist auch das, was diese militanten Moralapostel dazu anstiftet, Ihnen zu erklären, dass sie in der Liebe sind aber Sie noch total in ihren Ego gefangen sind, und erklären Ihnen ganz genau warum, schließlich waren sie früher genauso wie Sie heute. Wie viele "erleuchtete" Geistheiler und Seminarleiter habe ich schon getroffe, die versucht haben mich zu überzeugen, dass ich in Unrecht bin. Ha..! Ist das nicht "im Ego" sein? Die Annihilierung des Egos setzt voraus, dass man gar nicht erst das Bedürfnis verspürt, anderen zu belehren. Ganz einfach ist das.

Diese Gespräche habe ich auf Internetforen fast täglich erlebt. Das Leben ist aber keine Einbahnstraße; es kann keine Welt voller Liebe, Engelchen und Feen und sonst nichts, geben. Es sind immer zwei Kräfte nötig um Ganzheit zu erfahren.

Eine Waage mit nur einem Teller ist nie in Gleichgewicht. So wie ein Mensch, der immer nur der Liebe Raum gibt, und alles andere als „böse“ etikettiert und verdrängt, auslöschen, heilen oder vernichten will. Ohne Urteil über das Böse, gäbe es kein Bedürfnis, dieses zu heilen. Ohne Urteil wäre das Böse/die Zerstörung  einfach nur eine Kraft, die die Liebe/die Schöpfung  in Gleichgewicht hält. Punkt. Auch Liebe ist nicht immer gut, wissen Sie? Sie kann auch zerstörerisch, besitzergreifend, selbstsüchtig oder egoistisch sein.

Ich möchte mich auch nicht darüber lustig über diese Menschen machen, schließlich erzähle ich Ihnen was ich denke, nur um zukünftige Auseinandersetzungen über das Ego und das Karma mit Ihnen zu vermeiden, falls Sie meine Praxis irgendwann besuchen werden. Ich habe eine sehr persönliche Meinung über Ego und Karma und von daher auch meine Überzeugung und meine Erfahrungen.

 

Aber jetzt zurück zu den Druiden im Bezug auf Karma und Ego: wie kann man annehmen, die Druiden glaubten an das Karma, wenn sie doch Flüche aussprachen und, angeblich, grausame Opferrituale verübten und furchtlose Krieger waren? Wenn sie an das Karma geglaubt hätten, hätte sie mehr auf die Auswirkung ihrer Taten geachtet und den Zusammenhängen von Ursache und Wirkung mehr Raum gegeben. In ihren Artefakten, sei es Petroglyphen, Schmuck, Felszeichnungen, sieht man nichts von einer Furcht vor irgendetwas. Wir finden in keiner künstlerischen Darstellung die Furcht vor einer göttlichen Bestrafung oder die Angst vom schlechten Karma nach einer bösen Tat.  Mir scheint es nicht, dass sie Friede, Licht und Liebe praktizierten oder dass sie Angst vor einer Ansammlung von schlechtem Karma hatten oder dass sie sich bemühten sich vom schlechten Karma frei zu machen. Sie opferten Lebensmittel, Tiere, Gegenstände an die Natur und die Götter, sie opferten auch ihre Kriegsgefangenen. Aber vom Karma und Ego, keine Spur. Ich finde es letztendlich unpassend, Druidentum mit Karma und Ego in Zusammenhang zu bringen, als seien diese keltisch-druidische Philosophien. Sie werden, dennoch, sehr viele Heiden und Druiden, mit Überzeugung, darüber reden hören. Sowiel zur Geschichte. Es gibt auch noch einen Psychologischen Aspekt über Ego und Karma, die meine Überzeugung untermauert, und bezüglich des Egos, finde ich dass es wichtig ist eine Identität zu haben, eine Instanz, die uns hilft, in unserer Gesellschaft mit anderen Menschen oder mit Situationen umzugehen. Das Ego, sofern man sich treu und man authentisch ist, also sofern man sich selbst oder anderen nicht belügt, nichts vormacht, ist das Ego nichts Böses oder Schlechtes. Alleine schon über die Definition von Gut und Böse könnte ich noch mindestens fünf Seiten schreiben.. das lasse ich mal lieber.

 

Das Karma, nach meiner Definition und nach meinem Verständnis, sind Glaubensätze, Dogmen und das „schlechte“ Gewissen, eine Art selbsterfüllende Prophezeiung; das Karma, das sind unsere virtuelle Eltern, Erzieher, Richter und unsere Glaubensätze. Das familiäre Karma: das Familienmotto. Das Karma einer Nation: seine Identität und Kultur, seine Geschichte (wie für die Juden das Auserwählte Volk zu sein).  Von daher erbt man das, ja, Traumatas werden sogar genetisch vererbt. Das Karma hat immer mit einem Schuld- oder Verantwortungsbewusstsein zu tun. Es wird noch unglaubhafter, in meinen Augen, wenn man von einer bedingungslosen Liebe in Jenseits hört, die einem alles verzeiht, sogar die schlimmsten Verbrechen, von daher, was soll das schlechte Karma denn bewirken? Eine Lektion, was das Karma vielleicht darstellen könnte, können wir auch dann nur lernen, wenn wir uns über einen Fehler bewusst sind. Was macht es für ein Sinn, zu sterben nachdem man ein Leben voller Verbrechen verlebt hat, um dann zu reinkarnieren ohne sich darüber bewusst zu sein; man wundert sich nur, dass das jetzige Leben eine Strafe ist und man hat keine Ahnung warum. Das Karma macht für mich keinen Sinn. So wie die Natur nicht bestraft oder sich rächt, so kann das Schicksal oder das Karma nicht anders handeln. Es ist in der Natur der Dinge Zerstörung und Tod zu erleben, und da wo Licht ist, ist auch Schatten. Man kann mit Liebe den Hass nicht im Schacht halten. Je mehr Liebe, also mehr Licht, desto mehr Hass, also mehr Schatten. Wirkliche Freiheit erleben Sie, wenn Sie aufhören die Pfade anderer Menschen zu folgen, ihre Glaubensätze ungefiltert zu übernehmen, ihre Ideologien ungeprüft unterstützen. Freiheit von Karma bedeutet sich frei von Schuld zu machen. Sie müssen sich niemanden verzeihen; Sie müssen nur aufhören zu urteilen, zu etikettieren, in Schubladen zu denken und so zu sein, wie andere möchten, dass Sie sind. Freiheit, ein großes Wort… Die Freiheit zu reden, zu denken, zu fühlen, zu sein was man will. Das ist die Freiheit vom Karma.

 

Ich, als Druidin, denke, dass alles eine Funktion und seinen Platz im Universum hat. Wir Menschen sind hier auf der Erde um irdische Erfahrungen zu machen. Wir sind weder Engel, noch Götter, noch leben wir hier im Paradies, oder Tír-na-n’Og. Als Mensch brauchen wir das Böse um die Liebe zu ermessen, die Dunkelheit um das Licht sehen zu können, die schlechte Erfahrungen um daraus zu lernen. Um inneren Frieden zu erfahren ist auch Liebe nicht zwingend nötig. Man hört das auch oft, dass man immer alles verzeihen muss oder sollte. Wie wäre es, statt mit Liebe, Freude oder Heiterkeit ins Leben zu lassen? Manche Menschen können nicht verzeihen, sie können auch nicht vergessen. Manchmal sind die Wunden, die Trauer, die Wut zu groß. Wie kann man dann loslassen und alles mit Liebe glattstreichen? An der Vorstellung zu hängen,  jemanden zu verzeihen, der uns etwas Schreckliches angetan hat, ist schon Strafe genug. Sich dann auch noch unfähig zu fühlen, nicht verzeihen zu können, gibt einem das Gefühl ein emotionaler Krüppel zu sein. Wenn man nicht verzeihen kann, dann hilft es nur zu lernen, mit dem Erlebten umzugehen und das Leben dennoch schön zu machen. Als Druidin weiß ich, dass alles im Universum, nach einem Gleichgewicht strebt. Alle Kräfte auf der Erde erzeugen eine Balance. Die Menschen, die Böses tun, sind ein Teil in dieser Gleichung. Man kann sie weder wegwünschen, wegzaubern noch wäre das wünschenswert, denn ohne sie, würden wir nicht nach Güte streben wollen. Ohne Polen gäbe es weder Leben auf der Erde, noch Wahlmöglichkeiten. Alles wäre grau in grau. Und.. noch was: Menschen die nach Erleuchtung suchen und streben, Menschen die nur in der Liebe sein wollen sind genauso „im Ego“ wie die Menschen, die Sie so hart kritisieren, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Ohne Ego gibt es keinen Grund, Bedürfnisse zu befriedigen, auch nicht das Bedürfnis Liebe zu geben oder zu empfangen oder jemanden verzeihen zu müssen oder zu wollen. In der Ganzheit gibt es immer beide Pole… Körper, Geist und Seele können nur so in Gleichgewicht sein. Das Universum sucht nicht nach Vergeltung sondern nach Gleichgewicht.

Vergeltung oder Gerechtigkeit sind Menschliche Bedürfnisse und kein Naturgesetz.  Karma ist somit eine menschliche Erfindung und das Ego ist ein Modewort, sofern man in Esoterischen Sinne darüber referiert.  Ich finde es letztendlich unpassend, Druidentum mit Karma und Ego in Zusammenhang zu bringen, als seien diese keltisch-druidische Philosophien. Und hier komme ich gleich zum nächsten Punkt:

 

Ich habe mich für eine Ausbildung  als heilpraktische Psychologische Beraterin entschieden, weil ich, in meiner Praxis, professionell beraten wollte. Ich wollte absolut vermeiden einen Klienten vom bösen Ego zu erzählen und ich wollte auch nicht sein Karma besprechen. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie schnell es passieren kann, einen gut gemeinten Rat zu geben, der sich im Kopf eines Klienten als „Floh ins Ohr“ einnistet und bei ihm unbewusst Schaden verursacht. Ich bin schon selbst „Klientin“ gewesen bei einer Reiki Meisterin  und Lebensberaterin, die ihre Baustellen auf mich projizierte… Eine solche Erfahrung wollte ich meinen Klienten ersparen.

 

Als Psychologische Beraterin kann ich die druidische Sichtweise des Lebens mit psychologisch fundiertem Wissen sehr vorteilhaft verbinden, vor allem weil mich die Psychologie des Unbewussten sehr angesprochen hatte und von daher, habe ich es während meiner Ausbildung sehr vertieft. Wie ich schon sagte, Druiden setzten sich mit der Schattenseite auseinander und transformieren sie mithilfe von Elementen (Luft, Feuer, Wasser, Erde), von Ritualen, von Jahreskreisfesten, von Räucherungen und von Symbolen.

 

Das Beste kommt zum Schluss:

In der Druidischen Gemeinschaft der ich angehöre, die Reformed Druids of Gaia, legt man viel Wert auf Natürlichkeit, Echtheit, Einfachheit und vor allem auf Humor. Man könnte sagen, dass wir die Nonkonformisten unter den druidischen Orden sind, wenn man überlegt, wie der Orden überhaupt entstanden ist …….(diese ist auch eine interessante Geschichte die separat erzählt werden müsste), aber ja, wir sind ziemlich frei von Dogmen, Hierarchien und versteifte Denkstrukturen.

Die RDG Druiden sagen, und ich mag diesen Satz am liebsten: „Wir erschaffen das Druidentum auf die altbewährten Art und Weise und zwar so, wie die alten Druiden es taten: wir erfinden es während wir auf seinem Weg sind“.

Ich hoffe, Sie verzeihen mir die Rechtschreibfehler, aber.. erwähnte ich schon, dass ich Italienerin bin? Ich denke, das werden Sie sicherlich vermutet haben, schließlich bin ich auf Seite 9 mit meiner Geschichte über die Druiden angekommen… so viel können nur Italiener reden, ohne Luft zu holen…

May you never thirst from the Waters of Life!  (RDG Verabschiedung,  auch oft mit MYNT abgekürzt)
 

Quellen:

A.O.H. Jarman: The legend of Merlin

Adam Ardrey: Finding Merlin

Alexander Lüde>Alexei Kondratiev: The apple branch

B.C. Myers: Mysteries of druidry

C. Guyonvarc’h: Les druids

Cassandra Eason: Die modern Druidin

Danu Forest: The druid shaman

Deike Rich and Ean Begg: On the trail of Merlin

Emma Restall Orr: Living druidry

Geoffrey of Monmouth: Vita Merlini

Harry Eilenstein: Cernunnos

Ian Corrigan: Sacred fire, holy well

J.M. Greer: The druidry handbook

Jean Merkale: Merlin Priest of Nature; The Druids

John Matthews: Merlin-Shaman Prophet Magician

Kristoffer Hughes: Natural druidry: From the Cauldron born; The book of celtic magic

Lady Charlotte Guest: The Mabinogi

Luke Eastwood: The druids primer

Manfred Böckl: Die Botschaft der Druiden; Merlin

Margarete Riemschneider: La religione dei Celti

Nikolai Tolstoy: Auf der Suche nach Merlin

P.C. Gomm: Druid mysteries; Der Weg des Druiden; The druidcraft book; Well

Peter Berresford Ellis: Brief history of the Celts; Die Druiden

Philip Shallcrass: Druidry

R.J. Stewart: The way of Merlin

Rev. Robert Lee Ellison: The solitary druid

Ronald Hutton: Blood and Mistletoe; The Druids

Sir James George Frazier: The golden bough

Telyndru: Avalon within

William Skene: The four ancient books of Wales

…. Und noch mindestens 100 weitere, die ich hier nicht auflisten werde…

 

 

 

 

 

 

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